Bundesliga

Final4-Sieger im Interview: Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT): „Von Fan bleiben drei Titel und viele schöne Momente“
Patrick Franziska hat beim Liebherr TTBL Final4 mit Champions League-Gewinner und Pokalsieger den 1. FC Saarbrücken-TT das „Triple“ durch den Gewinn der Deutschen Meisterschaft perfekt gemacht. Im Interview spricht der Nationalspieler über den Stellenwert des historischen Erfolgs, den Abschied von Superstar Fan Zhendong und Darko Jorgic aus Saarbrücken sowie die Erwartungen an die neue Saison.
Patrick Franziska, vor wenigen Tagen noch war der Titelgewinn ein Wunsch. Wie fühlt sich der gewonnene Meister-Titel nun an?
Das fühlt sich schon ziemlich cool an. Mit Saarbrücken Deutscher Meister – das klingt auch sehr, sehr cool.
Sie haben durch die Meisterschaft auch das Triple perfekt gemacht. Welchen Stellenwert hat dieses Trophäen-Trio?
Das hat natürlich einen sehr hohen Stellenwert. Das Triple zu holen, ist nie ein Selbstläufer, da muss auch wirklich sehr, sehr vieles passen.
Natürlich hatten wir mit Fan Zhendong auch einen absoluten Top-Top-Spieler, aber trotzdem ist es kein Selbstläufer. Darum sind wir natürlich total glücklich. Wie unterscheidet sich die Meisterschaft von den beiden anderen Titeln der Saison?
Wir hatten uns vorher schon ein bisschen gedacht, dass die Meisterschaft von allen drei Wettbewerben vielleicht sogar die schwerste Aufgabe ist, weil es hinten raus noch ein Doppel gibt. Wir wussten auch, dass Werder Bremen im Halbfinale sehr, sehr stark sein würde, denn sie haben viel Selbstvertrauen gegen uns. Und wir hatten Respekt vor einem eventuellen Finale gegen Borussia Düsseldorf, aber eben auch genauso viel Selbstvertrauen.
Was war im Halbfinale gegen Bremen und im Endspiel gegen Düsseldorf ausschlaggebend für Saarbrückens Erfolge?
Natürlich einerseits, dass Fan Zhendong seine Einzel gewonnen hat – wenn Du so einen Spieler hast, der zwei Punkte macht, hilft Dir das natürlich schon sehr weiter. Dass dann Darko im Halbfinale und ich im Finale bei 1:1 das Ding vor Fans zweitem Match irgendwie gewonnen haben, war natürlich unglaublich wichtig, weil ja ein mögliches Doppel hinten raus total offen gewesen wäre. Deshalb war es gut, dass wir dann beide jeweils zur Stelle gewesen sind.
Im Finale haben Sie selbst das Schlüsselspiel gegen Anton Källberg gewonnen. Was war dabei entscheidend?
Mir war bei 1:1 bewusst, dass Anton im Halbfinale zwei Spiele gewonnen hatte, super gut drauf war, und deswegen wusste ich, dass ich das taktisch sehr, sehr gut spielen muss, dass ich auch von der Körpersprache alles reinlegen muss, um das Spiel so ein bisschen auf meine Seite zu ziehen, und das habe ich ganz gut geschafft. Anton hat am Anfang ein paar einfache Fehler gemacht, und da habe ich gemerkt, dass ich gut im Spiel drin bin, und da entscheiden dann oft Kleinigkeiten, und ich glaube, die waren dann in dem Spiel ein bisschen auf meiner Seite.
Saarbrückens gesamte Saison stand im Zeichen von Superstar Fan Zhendong. Wie haben Sie dieses Jahr erlebt?
Das war ohne Frage ein total intensives Jahr, aber auch Wahnsinn, was solch ein Spieler dann auch für ein Flair in so eine Liga bringt oder eigentlich nach Tischtennis-Europa. Was da in den Hallen los war, was auch medial los war, das war schon sehr besonders. Daran mussten wir uns alle erst einmal gewöhnen, und er wahrscheinlich auch. Doch der Verein hat das alles super hinbekommen. Ich kann schon sagen, dass ich sehr, sehr glücklich mit der Saison bin.
Fan wechselt im Sommer nach Düsseldorf. Was bleibt von diesem Jahr?
Was bleibt, sind die drei Titel und sehr, sehr viele schöne Momente, nicht nur an der Platte, auch außerhalb. Wir hatten eine total schöne Zeit, und die werde ich auf jeden Fall nie vergessen.
Außer Fan verlässt auch Ihr langjähriger Mitspieler Darko Jorgic Saarbrücken. Wie sehr schmerzen diese Abschiede sportlich und auch Sie persönlich?
Bei Darko tut es mir auch besonders weh, weil wir so lange zusammengespielt haben, viele Titel gewonnen haben. Er war auch immer so ein Spieler, den du auch immer in großen Spielen reinsetzen konntest, weil er eben auch so sehr emotional war und dann oft sein bestes Tischtennis gespielt hat. Dazu sind wir auch sehr, sehr gut befreundet, haben teilweise im gleichen Haus gewohnt. Auf der anderen Seite sehen wir uns gefühlt auch jede Woche auf irgendeinem Turnier, deshalb ist auch alles gut.
Für die neue Saison erscheinen die Karten durch Fans Wechsel anders gemischt. Was erwarten Sie sich in Saarbrücken für das kommende Jahr?
Klar ist: Düsseldorf wird wohl überall der Favorit sein. Aber wir werden Hugo Calderano noch dazu bekommen, wir haben Alvaro Robles geholt, der ein mega guter und einer der besten Doppelspieler in Europa ist – da werden wir uns auf keinen Fall verstecken, sondern versuchen einfach den Schwung des Triples mitzunehmen. Aber um ehrlich zu sein: Ich habe mir bis jetzt noch nicht so viele Gedanken um die nächste Saison gemacht, sondern genieße noch diese Saison.
Vielen Dank für das Gespräch, Patrick Franziska.
Florian Manzke
Beitragsbild oben: Patrick Franziska vom 1. FC Saarbrücken Tischtennis (Foto: BeLaSportfoto)








