Bundesliga

Vier Teams, ein Titel: Wer holt sich den Titel im Liebherr TTBL Final4 2026
Die Metropolregion Frankfurt und die gesamte Tischtennis-Welt sind bereit für ein Wochenende, an dem Geschichte geschrieben wird. Im Liebherr TTBL Final4 fällt am Wochenende in der Süwag Energie ARENA in Frankfurt die Entscheidung über die Deutsche Meisterschaft in der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Am Samstag kämpfen Borussia Düsseldorf, der SV Werder Bremen, der TTC Schwalbe Bergneustadt und der 1. FC Saarbrücken TT um den Einzug in das Finale, in dem schließlich am Sonntag die Titelentscheidung fällt. Live übertragen wird das komplette Event bei Dyn.
Patrick Franziska bringt es kurz vor dem Liebherr TTBL Final4 auf den Punkt: „Natürlich sind wir heiß auf das erste Triple der Vereinsgeschichte“, sagt der Kapitän des 1. FC Saarbrücken TT. Mit dem Pokal und der Champions League hat der FCS in dieser Saison bereits zwei Titel gesammelt – nun soll in Frankfurt der dritte und begehrteste folgen. Doch mit dem Meisterschaftstraum ist Saarbrücken am Wochenende nicht allein: Auch Borussia Düsseldorf, der SV Werder Bremen und der TTC Schwalbe Bergneustadt greifen am Wochenende nach der Trophäe und wollen jeweils ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte schreiben.
Schon jetzt liegt hinter der Tischtennis Bundesliga eine Rekordsaison. Mehr als 70.000 Fans haben die Partien der Hauptrunde in den Hallen verfolgt – ein Bestwert, der die wachsende Strahlkraft der TTBL eindrucksvoll unterstreicht. Nun mündet diese Begeisterung in ein neues Event-Konzept: Erstmals wird die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im kompakten Final-Four-Format ausgetragen. Vier Teams, drei Spiele, ein Champion: Das Liebherr TTBL Final4 betritt Neuland, und die Süwag Energie ARENA ist der perfekte Schauplatz dafür. Wer kurzfristig selbst dabei sein und mitfiebern möchte, sichert sich sein Ticket im offiziellen Ticketshop; diese gibt es für den Samstag (Halbfinals), den Sonntag (Finale) oder als Kombiticket für das gesamte Wochenende.
Rekordmeister unter Druck: Düsseldorf gegen Bergneustadt
Den Auftakt macht am Samstag um 13 Uhr die Borussia Düsseldorf und der TTC Schwalbe Bergneustadt im ersten Halbfinale. Düsseldorf geht als Hauptrundensieger und Rekordmeister in das Turnier – und mit dem Bewusstsein, dass das Liebherr TTBL Final4 die letzte Titelchance dieser Saison ist. Nach dem Aus im Pokal-Viertelfinale und dem verpassten Champions-League-Finale ist die Meisterschaft nun das große Ziel. 34-mal feierte die Borussia bereits den TTBL-Titel, jüngst von 2021 bis 2024 in Serie. Im vergangenen Jahr mussten die Düsseldorfer den TTF Liebherr Ochsenhausen den Vortritt lassen. Dieses Mal soll es nun wieder nach ganz oben gehen: „Wir werden in jedem Fall noch einmal alles geben, um den Titel zu gewinnen“, sagt Dang Qiu. Als Hauptrunden-Sieger durfte sich Düsseldorf seinen Halbfinalgegner aussuchen, die Wahl fiel auf Bergneustadt. Einen Spaziergang erwartet der Rekordmeister deshalb aber nicht: „Bergneustadt ist eine brandgefährliche Mannschaft“, warnt Qiu, „unsere beiden Siege in der Hauptrunde waren nur hauchdünn. Darum müssen wir auf jeden Fall wieder 100 Prozent geben.“
Denn der TTC Schwalbe hat sich seinen Platz im Liebherr TTBL Final4 zweifellos verdient. Zum zweiten Mal nach 2019 steht Bergneustadt unter den Top vier, für den Klub wird es somit ein historisches Wochenende. „Für Bergneustadt ist das natürlich ein absolutes Highlight. Wir haben lange auf solche Ergebnisse hingearbeitet“, sagt Benedikt Duda, der mit der Empfehlung der besten Hauptrunden-Einzelbilanz (25:8) nach Frankfurt reist. „Als Leader habe ich die Messlatte etwas höher gesetzt, bestimmte Standards gesetzt, um eben ein besseres Team zu formen“, erklärt Duda die Grundlage des diesjährigen Erfolgs. „Und die Jungs haben es echt gut gelöst. Deswegen sind wir in dieser Saison bislang auch so weit gekommen.“ Mit dem dritten Platz in der Hauptrunde hat Bergneustadt das beste Abschneiden der Vereinsgeschichte bereits sicher. Endstation soll deshalb aber noch lange nicht sein: „Wir sind noch nicht fertig, wir wollen natürlich noch ein bisschen mehr“, schickt Duda eine Kampfansage an die Konkurrenz.
Fans letzter Tanz: Saarbrücken gegen Bremen
Kaum ist am Samstag das erste Halbfinale entschieden, folgt um 17 Uhr das zweite – und es ist das Duell, das in der Tischtennis-Welt die wohl größte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auf der einen Seite steht der 1. FC Saarbrücken TT, der mit Pokal und Champions League bereits zwei Titel in der Vitrine hat und nun das Triple anpeilt. Es wäre zugleich die zweite Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Ein besonderer Fokus liegt am Wochenende natürlich auf Fan Zhendong: Der chinesische Olympiasieger elektrisiert seit dem Saisonstart die Massen und wird in Frankfurt seinen letzten Auftritt im Saarbrücker Trikot geben. FCS-Kapitän Franziska ist sich der Bedeutung dieses Abschieds vollauf bewusst: „Man kann schon gut erkennen, wie viel Spaß er in Deutschland und an der neuen Aufgabe hat. Er will neue Erfahrungen sammeln – und ich bin sicher, dass er auch in Frankfurt wieder sehr, sehr heiß sein wird.“ Der Anspruch ist klar definiert: „Wenn man mit Fan Zhendong spielt, muss es auch der Anspruch sein, mindestens den Versuch zu unternehmen, jeden Titel zu gewinnen.“
Auf der anderen Seite steht mit dem SV Werder Bremen ein Gegner, der bereits bewiesen hat, den Saarländern gefährlich werden zu können. Im Oktober war den Hanseaten ein Sieg gegen die in Bestbesetzung angetretenen Saarbrücker gelungen, am Ende stand sensationell der zweite Tabellenplatz. „Für mich war der SV Werder schon immer eine Spitzenmannschaft“, sagt Kirill Gerassimenko zu der Erfolgsserie seines Teams. Nun freut sich der 29-Jährige, der zum dritten Mal mit Werder im TTBL-Halbfinale steht, sogar auf ein mögliches Duell mit Fan Zhendong: „Ich hoffe sogar, dass wir gegeneinander antreten. Ich werde versuchen, mein bestes Spiel zu zeigen.“ Rückenwind gibt ihm dabei ein weiteres Argument: „Marcelo Aguirre hat Fan Zhendong in unserem Heimspiel besiegen können, und da die Tische in Frankfurt die gleichen sein werden wie bei unseren Heimspielen, denke ich, dass wir alle gut auf ein Duell mit Fan vorbereitet sein werden.“
Wer holt sich die Deutsche Meisterschaft 2026?
Wer auch immer die beiden Halbfinalhürden am Samstag nimmt – am Sonntag um 13 Uhr wartet das Finale und damit der Moment, auf den alle vier Teams seit Monaten hinarbeiten. Rund 5000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden in der Süwag Energie ARENA dabei sein und live miterleben, wer sich die begehrteste Trophäe des deutschen Tischtennis sichert. Wer nicht selbst in Frankfurt vor Ort ist, kann natürlich trotzdem mitfiebern: Das gesamte Event wird bei TTBL-Medienpartner Dyn übertragen.
Viele Experten sehen das von den Fans ersehnte Finale zwischen Saarbrücken und Düsseldorf als wahrscheinlichstes Szenario – zumal es durch die Personalie Fan Zhendong noch eine besondere Note erfährt. Der Superstar wechselt nach dem Liebherr TTBL Final4 zu Düsseldorf. Patrick Franziska lässt sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen: „Noch spielt er bei uns, und das freut uns alle sehr. Was danach passiert, werden wir sehen – jetzt konzentrieren wir uns erst auf Frankfurt.“
Das Liebherr TTBL Final4 in der Übersicht
Halbfinals - Samstag, 30. Mai
13 Uhr: Borussia Düsseldorf – TTC Schwalbe Bergneustadt
17 Uhr: SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken Tischtennis
Finale - Sonntag, 31. Mai
13 Uhr: Sieger Halbfinale 1 – Sieger Halbfinale 2








