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Fragen & Antworten - WM 2026
In London beginnt am Dienstag die Tischtennis-Mannschafts-WM. Das auf 13 Tage aufgeblähte Turnier soll den Höhepunkt zum Jubiläum der ersten WM vor 100 Jahren ebenfalls in der britischen Metropole darstellen.
Wer sind die Favoriten?
Eigentlich in beiden Wettbewerben China. Eigentlich, weil inzwischen nur noch Chinas Frauen die gewohnte Dominanz besitzen. Die chinesischen Männer hingegen geben seit geraumer Zeit Rätsel auf, sie mussten sich in den vergangenen Monaten unerwartet häufig Kontrahenten aus anderen Ländern geschlagen geben; abzuwarten ist deshalb, ob die "chinesische Mauer" lediglich im Zuge eines Generationswechsels vereinzelt Risse bekommen hat oder tatsächlich in ihren Grundfesten erschüttert ist.
Ist das eine Chance für andere Nationen?
Bedingt - gerade im Teamwettbewerb bräuchten Gegner nicht nur einen perfekten Moment für einen einzelnen Sieg, sondern schon einen perfekten Tag für die zum Erfolg notwendigen drei Einzelpunkte. Am ehesten darauf hoffen können Europameister Frankreich, der Olympia-Zweite Schweden sowie Japan und Südkorea. Das deutsche Team, jahrelang unangefochten Chinas Herausforderer Nummer eins, ist im Titelkampf wohl nur Zuschauer.
Wie stehen die Chancen der deutschen Teams generell?
Unterschiedlich. Nachdem der DTTB vor zwei Jahren in Busan erstmals seit 2016 gar keine Team-Medaille gewann, geben vor allem die deutschen Europameisterinnen selbstbewusst eine Medaille als Ziel aus. Bei den Männern ist die Situation trotz eines Top-10-Asses und zwei weiterer Top-20-Spieler schwieriger: Im Rennen um die vier Podestplätze (beide Halbfinalisten bekommen Bronze) müsste die DTTB-Auswahl für eine Medaille ihre Weltranglistenposition übertreffen.
Warum greifen die DTTB-Mannschaften erst am fünften WM-Tag in das Turniergeschehen ein?
Weil das WM-Turnier aufgeblasen wurde - in anderen Sportarten finden für die in London vorgeschalteten Gruppenspiele tiefer eingestufter Teams B-Weltmeisterschaften statt. Selbst die jeweils ersten drei Spiele der DTTB-Teams gegen drei der andere Topteams um die finalen Setzungen im WM-Tableau sind kaum mehr wert als die "goldene Ananas", weil das Turnier praktisch erst danach mit dem K.o.-Modus beginnt.
Wie ist der Modus?
Von den jeweils 64 Teilnehmern spielen die laut Weltrangliste acht besten Teams in zwei Vierer-Gruppen die besten Setzpositionen aus. Für die K.o.-Phase mit 32 Mannschaften qualifizieren sich außerdem in 14 weiteren Vierer-Gruppen mit Mannschaften ab Platz neun im Ranking die Gruppensieger und die sechs besten Gruppenzweiten. Die restlichen vier Plätze im Tableau füllen die Gewinner von vier Playoff-Duellen der acht übrigen Gruppenzweiten auf. Insbesondere die frühen Begegnungen der Spitzenteams nur zur Ermittlung und weit vor der Crunch Time des Events stoßen auf breite Kritik.
Auf wen ist besonders zu achten?
Ganz klar auf Sabine Winter - und nicht nur aus deutscher Sicht. Durch ihren atemberaubenden Aufstieg auf das Weltcup-Podest und in die Top 10 der Weltrangliste hat die 33-Jährige im Tischtennis-Kosmos einen Hype ausgelöst. Winters Erfolgsgeheimnis ist der Antispin-Belag auf ihrer Rückhand, der jeglichen Effet des Balles durch gegnerische Schläge absorbiert. Mittlerweile müssen selbst Chinesinnen Deutschlands Nummer eins fürchten.
Werden die WM-Spiele im TV übertragen?
Ja - aber nicht alle. Der Bezahlsender Dyn beginnt seine Livestreams aus London ab dem 2. Mai mit dem Einstieg der deutschen Teams ins WM-Turnier. Außerdem übertragen die Kölner weitere ausgesuchte Begegnungen von Topteams und aus der späteren K.o.-Phase.
Quelle: SID
Beitragsbild oben: Patrick Franziska (Foto: BeLaSportfoto)








