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Bremen verteidigt Platz zwei, Hampl tritt ab

Bundesliga

Bremen verteidigt Platz zwei, Hampl tritt ab

Bremen verteidigt Platz zwei, Hampl tritt ab

Am letzten Spieltag der Tischtennis-Bundesliga hat der SV Werder Bremen durch einen glatten 3:0-Sieg gegen Fulda die stärkste Hauptserie der Vereinsgeschichte vergoldet und den zweiten Platz verteidigt. Damit geht Werder hinter Rekordmeister Borussia Düsseldorf und vor Bergneustadt und Saarbrücken ins Liebherr TTBL Final4 am 30./31. Mai in Frankfurt. Schwalbe Bergneustadt gewann im Spitzenspiel gegen den FCS und setzte somit ein Ausrufezeichen zum Saisonabschluss. Trainerlegende Helmut Hampl coachte seinen TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg ein letztes Mal an der Bande beim TSV Bad Königshofen.

Bremen im Eiltempo zum zweiten Platz

Der SV Werder Bremen hat nur eine Stunde und 19 Minuten benötigt, um die beeindruckende Hauptserie mit zwei Vereinsrekorden abzuschließen. Durch den 3:0-Erfolg über den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell belegen die Hanseaten den zweiten und somit besten Platz der Vereinshistorie in der Abschlusstabelle – auch die 16 Saisonsiege sind neuer Rekord. „Eine tolle Saison für uns“, freute sich Trainer Cristian Tamas bei Dyn: „Ich und Sacha sind froh, dass unsere Jungs sich im Laufe der Saison spielerisch verbessert haben.“ Werder geht somit mit breiter Brust ins Liebherr TTBL Final4, wo im Halbfinale der 1. FC Saarbrücken-TT mit Superstar Fan Zhendong warten könnte.

Der glatte Sieg – alle Einzel endeten 3:0 – sei laut Tamas „schon eine kleine Überraschung“ gewesen, allerdings sei man „in allen drei Spielen besser“ gewesen und habe daher „letztendlich verdient gewonnen“. Grund zur Freude gab es bei Fulda dennoch: Ruwen Filus kündigte per Videobotschaft an, in der kommenden Saison auch seine 14. Spielzeit für den TTC zu bestreiten. Mit 20:24 Punkten schließt Fulda die Saison als Siebter und somit Anführer der unteren Tabellenhälfte ab.

Bad Homburg verliert Hampls letztes Spiel

Vor heimischem Publikum wurde Trainerlegende Helmut Hampl bereits am Dienstag emotional verabschiedet, am Sonntag coachte der 74-Jährige sein Team ein letztes Mal an der Bande. Nach der 1:3-Niederlage beim TSV Bad Königshofen musste Hampl seine Mannschaft allerdings nochmal „in die Kritik nehmen. In den entscheidenden Phasen war nicht die nötige Spannung da. Der Wille, unbedingt zu gewinnen, hat gefehlt“. Besonders Jo Yokotani, der seine letzte Partie im TTC-Trikot bestritt, konnte seine starke Saison nicht abrunden. Gegen Daniel Habesohn und Andre Bertelsmeier unterlag der Japaner jeweils in drei Sätzen. Auch Ivor Ban verlor sein letztes Saisonspiel gegen Bastian Steger mit 1:3. Den einzigen Punkt für Bad Homburg steuerte Csaba Andras in fünf Sätzen gegen Bertelsmeier bei.

Nach der Partie blickte Hampl am Dyn-Mikrofon auf seine 44 Jahre als Trainer zurück, zeigte aber auch keine Reue mit seiner Entscheidung. „Ich werde jetzt 74 und irgendwann muss ich auch mal meine Rente genießen“, scherzte Hampl. Timo Boll, dessen frühen Sprung an die Weltspitze Hampl als ein Highlight seiner Karriere beschrieb, kann sich noch keinen kompletten Rückzug seines Entdeckers vorstellen: „Es gibt keinen, der so eine Leidenschaft für den Sport hat wie er.“ Hampl wird in der kommenden Saison als Sportvorstand dem TTC erhalten bleiben und dem neuen Trainer Slobodan Grujic mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Bergneustadt mit Ausrufezeichen vor Final4

Das designierte Topspiel zum Saisonabschluss war das Aufeinandertreffen zwischen dem TTC Schwalbe Bergneustadt und dem 1. FC Saarbrücken-TT. Beide Klubs waren bereits für das Liebherr TTBL Final4 qualifiziert, ein Sprung auf den zweiten Tabellenplatz war allerdings aufgrund des deutlichen Bremer Sieges nicht mehr möglich. Dennoch gelang es Bergneustadt vor heimischer Kulisse, nicht unwichtiges Selbstvertrauen vor dem Saisonfinale in Frankfurt zu tanken. Cedric Meissner gewann zum Auftakt sein letztes Einzel für den FCS gegen Romain Ruiz, danach dominierten die Gastgeber.

Besonders die Siege von Adrien Rassenfosse und Ruiz gegen Nationalspieler Patrick Franziska geben Trainer Frederik Duda Grund zur Hoffnung, sollte man in Frankfurt wieder auf die Saarländer treffen. Leo de Nodrest steuerte gegen Lichen Wang den dritten Punkt bei. Durch den Sieg im direkten Duell überholte der TTC auf der Zielgerade Saarbrücken und beendet die Hauptserie auf dem dritten Platz.

Ochsenhausens Titelverteidigung endet auf Platz sechs

Das Jahr nach dem Titel war ein Umbruchsjahr für die TTF Liebherr Ochsenhausen. Nach den Abgängen von Hugo Calderano und Simon Gauzy schien an eine erneute Play-off-Teilnahme nicht zu denken. Dennoch hielt sich der Klub lange im Rennen um die Top Vier, getragen von Spitzenspieler Shunsuke Togami aber auch von den starken Neuzugängen Iulian Chirita und Andreas Levenko. Durch die 1:3-Niederlage am letzten Spieltag gegen Rekordmeister Borussia Düsseldorf verpassten es die TTF, sogar als Fünfter und somit erster Verfolger der Play-off-Plätze ins Ziel einzulaufen. Leonardo Iizuka holte dabei den einzigen Punkt in einem Fünfsatz-Krimi gegen Li Yongyin.

Düsseldorf, seit Mittwoch bereits Hauptrundenmeister, punktete durch Kanak Jha (3:0 gegen Chirita), Borgar Haug (3:1 gegen Levenko) und Li (3:1 gegen Chirita). Es war das letzte reguläre Saisonspiel der Borussen, bevor kommende Saison Fan Zhendong im ARAG Centercourt aufschlagen wird. „Wir sind sehr, sehr aufgeregt“, sagte Jha bei Dyn zu seinem zukünftigen Teamkollegen. „Er ist einer meiner Lieblingsspieler. Das erste Mal habe ich ihn mit zwölf Jahren gesehen und jetzt mit ihm zu spielen, ist eine unglaubliche Erfahrung. Ich hoffe, dass ich von ihm lernen kann und er ein gutes Gefühl haben wird.“

Mühlhausen erobert Platz fünf

Der Post SV Mühlhausen hat durch drei Siege in Serie einen imposanten Schlusssprint hingelegt und sogar noch den Sprung auf den fünften Platz geschafft. Lange Zeit hatten die Thüringer den Blick sogar in Richtung Abstiegsplätze richten müssen, der 3:1-Sieg bei Borussia Dortmund sorgte nun für ein versöhnliches Ende. Die Hinrunde beendete man noch auf Platz zehn. Am Sonntag überzeugte vor allem Kay Stumper, der mit zwei 3:1-Siegen gegen Cedric Nuytinck und Anders Lind den Grundstein für den Erfolg legte. Routinier Steffen Mengel holte den dritten Zähler gegen Adam Szudi ebenfalls in vier Sätzen. Lediglich Lind holte einen Punkt für die Gastgeber gegen Ovidiu Ionescu. Der BVB verbesserte sich in seiner zweiten TTBL-Saison um zwei Punkte auf 18:26 und geht mit der Verpflichtung von Youngster Wim Verdonschot ambitioniert in die kommende Spielzeit.

Versöhnlicher Saisonabschluss für Grünwettersbach

Lange bahnte sich beim ASC Grünwettersbach das Worst-Case-Szenario an. Die Mannschaft von Trainer-Debütant Kilian Ort verlor zwölf Spiele in Serie und musste sich ernsthaft mit dem Abstieg in die zweite Liga beschäftigen. Durch den Aufstiegsverzicht des TSV Windsbach war dann die Rettung klar – und prompt folgte ein überraschendes 3:1 gegen den Play-off-Teilnehmer Bergneustadt. Nun folgte am letzten Spieltag ein deutliches 3:0 beim TTC Zugbrücke Grenzau, womit der ASC die Saison zwar auf dem letzten Tabellenplatz, aber mit einem positiven Erlebnis beendet. Tiago Apolonia (gegen Samuel Walker), Tom Jarvis (Luka Mladenovic) und Hiroto Shinozuka (Maciej Kubik) gaben alle keinen Satz ab. Grenzau beendet die Saison auf dem zehnten Rang und verlor das letzte Spiel des scheidenden Trainers Slobodan Grujic.

Final4: Düsseldorf mit Wahlrecht, Saarbrücken „Favorit“?

Somit blickt die TTBL nach der Hauptrunde auf das Saisonhighlight, das Liebherr TTBL Final4 am 30./31. Mai 2026 in der Süwag Energie ARENA in Frankfurt. Erstmals wird in einem solchen Format um die Deutsche Meisterschaft gespielt, was Dyn-Experte Timo Boll sehr imponiert. „Das Event ist cool, das Event ist für die Spieler. Es ist der WTT geschuldet, um die Anzahl der Spiele etwas zu reduzieren, da die Spieler so viel unterwegs sind. Wir haben dafür ein cooles Event bekommen. Daher ist es ein Win-Win“, sagte Boll im Rahmen der Konferenz zum letzten Spieltag.

Durch den Sieg in der Hauptrunde hat Rekordmeister Borussia Düsseldorf das Wahlrecht zwischen Bergneustadt und Saarbrücken als Gegner im Halbfinale. Der SV Werder Bremen trifft auf das von Düsseldorf nicht gewählte Team. „Es ist alles möglich, aber Saarbrücken ist der Favorit, das ist klar“, sagte Kanak Jha zur Ausgangslage, zeigte sich aber kämpferisch: „Wenn wir eine gute Form haben, haben wir aber auch eine gute Chance, das Spiel zu gewinnen.“

Auch Bergneustadt, der vermeintliche Außenseiter im Teilnehmerfeld, rechnet sich durchaus Chancen aus, wie Romain Ruiz verriet: „Wir fahren dorthin, um zu gewinnen. Wir wissen, dass es hart wird. Auf dem Papier sind wir das schwächste oder zweitschwächste Team. Aber wir haben in den letzten Saisons gezeigt, dass wir jedes Team schlagen können.“ Tickets gibt es im Ticketshop, telefonisch unter 0761 888499 99 oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen. 

Der 22. Spieltag in der Übersicht

SV Werder Bremen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:0
Kirill Gerassimenko – Qing Yu Meng 3:0 (11:3, 11:8, 11:7)
Marcelo Aguirre – Ruwen Filus 3:0 (11:5, 11:7, 11:6)
Mattias Falck – Fanbo Meng 3:0 (11:6, 11:8, 11:4)

TSV Bad Königshofen – TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg 3:1
Andre Bertelsmeier – Csaba Andras 2:3 (11:9, 6:11, 9:11, 12:10, 8:11)
Daniel Habesohn – Jo Yokotani 3:0 (11:5, 11:3, 11:7)
Bastian Steger – Ivor Ban 3:1 (11:6, 2:11, 11:8, 11:9)
Andre Bertelsmeier – Jo Yokotani 3:0 (11:8, 14:12, 11:5)

TTC Schwalbe Bergneustadt – 1. FC Saarbrücken-TT 3:1
Romain Ruiz – Cedric Meissner 1:3 (7:11, 11:8, 7:11, 6:11)
Adrien Rassenfosse – Patrick Franziska 3:1 (11:7, 11:4, 6:11, 11:8)
Leo de Nodrest – Lichen Wang 3:1 (9:11, 11:7, 11:9, 11:6)
Romain Ruiz – Patrick Franziska 3:2 (11:5, 9:11, 8:11, 11:8, 11:7)

TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 1:3
Iulian Chirita – Kanak Jha 0:3 (8:11, 11:13, 8:11)
Leonardo Iizuka – Li Yongyin 3:2 (5:11, 13:11, 12:10, 3:11, 11:8)
Andreas Levenko – Borgar Haug 1:3 (8:11, 12:10, 4:11, 9:11)
Iulian Chirita – Li Yongyin 1:3 (12:14, 14:16, 11:6, 9:11)

Borussia Dortmund – Post SV Mühlhausen 1:3
Anders Lind – Ovidiu Ionescu 3:1 (11:8, 4:11, 11:5, 12:10)
Cedric Nuytinck – Kay Stumper 1:3 (2:11, 11:13, 11:9, 5:11)
Adam Szudi – Steffen Mengel 1:3 (5:11, 13:11, 12:14, 8:11)
Anders Lind – Kay Stumper 1:3 (8:11, 5:11, 11:9, 9:11)

TTC Zugbrücke Grenzau – ASC Grünwettersbach 0:3
Samuel Walker – Tiago Apolonia 0:3 (3:11, 13:15, 9:11)
Luka Mladenovic – Tom Jarvis 0:3 (7:11, 9:11, 6:11)
Maciej Kubik – Hiroto Shinozuka 0:3 (3:11, 11:13, 6:11)

Alle Partien werden live bei Dyn übertragen.

Die aktuelle Tabelle der Tischtennis Bundesliga (TTBL) finden Sie hier.

Beitragsbild: Helmut Hampl vom TTC OE Clarity-Telefonie Systeme Bad Homburg (Foto: Alexander Hetjes).

TTBL Redaktion
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19.04.2026

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