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Schöler, Lieck und Co.: Die Stars des ersten Jahrzehnts

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Schöler, Lieck und Co.: Die Stars des ersten Jahrzehnts

Schöler, Lieck und Co.: Die Stars des ersten Jahrzehnts

Die Tischtennis Bundesliga (TTBL) hat Grund zum Feiern: Die höchste Spielklasse in Deutschland befindet sich in ihrer 60. Saison und präsentiert sich zum Jubiläum so attraktiv und hochwertig wie niemals zuvor. Bis zum „Geburtstag“ im September 2026 ist an dieser Stelle regelmäßig Platz für Meilensteine in der Entwicklung des Oberhauses zur mittlerweile stärksten Liga in Europa. Im dritten Teil der Zeitreise durch eine Epoche deutscher Sportgeschichte erinnern wir an die ersten Stars, die an Profitum heutiger Prägung kaum einen Gedanken verschwendeten.

Jede Spitzensport-Liga lebt außer von hochklassigen Leistungen und Spannung nicht zuletzt auch besonders von ihren herausragenden Aktiven. In der Tischtennis-Bundesliga standen ab der Gründung des Oberhauses zu Beginn der zweiten Hälfte der 60er Jahre ebenfalls zahlreiche Spieler im Fokus von Medien und Publikum, ohne jedoch die Rollen von Stars nach heutiger Auffassung übernehmen zu müssen oder schon als solche wahrgenommen zu werden. Gleichwohl spielten sich manche Protagonisten durch außerordentliche Leistungen nochmals mehr als andere in den Vordergrund.

Gemessen an anderen Sportarten ist die Galerie prägender Spielerpersönlichkeiten aus den „Gründerjahren“ der Tischtennis-Bundesliga bereits ausgesprochen umfangreich. Ob Eberhard Schöler, Wilfried Lieck, Jochen Leiß, Peter Stellwag oder auch Peter Engel – Namen, denen auch heute noch viele neu zum Tischtennis kommende Spieler durch Erzählungen ihrer Trainer oder älteren Vereinskameraden „von damals“ immer noch häufig begegnen.

Niemand aus jener Zeit hat sich jemals zurückgesetzt oder geringgeschätzt gefühlt, wenn allenthalben Eberhard Schöler für die Dekade ab Mitte der 60er Jahre die Ehre des „Gesichts der Bundesliga“ zugeschrieben wurde. „Mr. Pokerface“, der praktisch mit Einführung der Bundesliga endgültig die Rolle der deutschen Nummer eins von Conny Freundorfer „geerbt“ hatte, war schon zu aktiven Zeiten eine lebende Legende. Sein WM-Finale 1969 gegen Shigeo Ito ist trotz Schölers Niederlage unvergessen, auch weil der Düsseldorfer dabei für 42 Jahre bei Weltmeisterschaften der letzte Deutsche auf einem Einzel-Podium blieb. Auch in der Bundesliga hinterließ der spätere DTTB-Sportdirektor und -Vizepräsident Spuren: Die insgesamt acht Titelgewinne des 155-maligen Nationalspielers im Oberhaus (einmal mit TuSA Düsseldorf und siebenmal mit dem Lokalrivalen Borussia Düsseldorf) bedeuteten für auch nicht kurze 38 Jahre wiederum Rekord, die Zuschauer strömten nicht selten allein wegen der Virtuosität von Schölers äußerst erfolgreichem Abwehrspiel in die Hallen.

Zu Schölers beinahe buchstäblich „ewigen Rivalen“ zählte besonders in der zweiten Hälfte des ersten Bundesliga-Jahrzehnts Wilfried Lieck. Nach Engagements bei Moltkeplatz Essen sowie Borussia Düsseldorf mit zwei Meisterschaften schrieb der gefürchtete Block- und Konterspezialist 1973 mit der TTG Altena-Nachrodt Liga-Geschichte, als die Sauerländer nicht zuletzt durch Lieck als erster Aufsteiger den Durchmarsch zum Titel schafften. 1976 gewann der spätere Mixed-Europameister noch einmal mit dem TTC Altena die Mannschafts-Meisterschaft.

Einer der schillerndsten Spieler des ersten Bundesliga-Jahrzehnts war Jochen Leiß. Im Anschluss an die Meisterschaft mit seinem Stammverein TTV Mettmann wagte der umtriebige Linkshänder und spätere Bundestrainer den aufsehenerregenden und bereits gut bezahlten Sprung als Halbprofi zum ambitionierten Nachbarn Borussia Düsseldorf – und gewann mit den Rheinländern noch zwei weitere Titel.

Zur ersten Bundesliga-Dekade gehören natürlich schier unzählige weitere Namen, von denen manche sich jedoch erst Mitte der 70er Jahre anschickten, das Oberhaus nachhaltig zu bereichern. Stellvertretend seien an dieser Stelle nur spätere Meisterspieler wie etwa Peter Stellwag oder Peter Engel.

Florian Manzke

TTBL Redaktion
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28.02.2026

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