Bundesliga

Calderano und Pitchford führen ihre Klubs zu Siegen
Zum Auftakt des 6. Spieltags der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) haben zwei internationale Stars das Geschehen dominiert. Für den 1. FC Saarbrücken TT feierte Hugo Calderano mit zwei Einzelsiegen ein erfolgreiches Heimdebüt beim 3:1-Erfolg über den TSV Bad Königshofen. Auch für Liam Pitchford war der zweite Auftritt im Trikot des TTC Zugbrücke Grenzau erfolgreich: Zum 3:2 beim ASC Grünwettersbach steuerte der Engländer wie bereits am Montag zwei Punkte bei.
Bis zum 6. Spieltag mussten sich die heimischen Fans gedulden, ehe sie Hugo Calderano erstmals in der Joachim Deckarm Halle bejubeln durften. „Ich habe schon ganz oft hier gegen Saarbrücken gespielt, aber das war schon etwas Besonderes“, freute sich Calderano nach seinem erfolgreichen Heimdebüt am Dyn-Mikro: „Die Zuschauer standen hinter mir und ich bin glücklich darüber, dass alles geklappt hat.“
Der Brasilianer war an Position eins gesetzt und bewies eindrucksvoll, warum der FCS mit seiner Verpflichtung die sportliche Lücke nach dem Abgang von Fan Zhendong schließen wollte. Gegen Andre Bertelsmeier und Daniel Habesohn offenbarte sich ein Klassenunterschied, wie auch die Gegner anerkennen mussten. „Es war eine Lernstunde für mich“, gab Bertelsmeier zu, der zum Auftakt ebenso wie sein Teamkollege später ohne Satzgewinn blieb. Nach zwei TTBL-Einsätzen für Saarbrücken steht Calderano bei einer makellosen 4:0-Bilanz.
Steger weiter in Form
Zwischen Calderanos deutlichen Dreisatzsiegen wurde es am Freitagabend deutlich spannender. Vor der Pause lieferten sich Eduard Ionescu und Habesohn einen offenen Schlagabtausch, bei dem Ionescu schließlich nach fünf Sätzen den Punkt für Saarbrücken holte. Obwohl der Rumäne zwischenzeitlich frustriert wirkte, zeigte er beeindruckenden Kampfgeist: Im Entscheidungssatz führte der Österreicher Habesohn bereits 4:2, Ionescu erzielte aber acht Punkte in Serie und gewann den Durchgang schließlich mit 11:5.
Nach der Pause wollte Patrick Franziska das Spiel vorzeitig für die Saarländer entscheiden, hatte die Rechnung aber ohne Bad Königshofens Bastian Steger gemacht. Der TTBL-Routinier setzte sich durch zwei frühe Satzgewinne vom Nationalspieler ab. Ein Comeback Franziskas wehrte Steger im zweiten Fünfsatzspiel des Abends eindrucksvoll ab. Der 45-Jährige weist somit eine beeindruckende 5:1-Bilanz auf. Calderanos zweiter Punktgewinn gegen Habesohn stellte dann aber den 3:1-Endstand und somit den Sieg für den Titelverteidiger her.
Pitchford weiter ungeschlagen im Grenzau-Trikot
Was Calderano kann, kann Liam Pitchford auch: Der Engländer debütierte am Montag beim 3:2-Erfolg des TTC Zugbrücke Grenzau gegen Bad Königshofen und steuerte prompt zwei Punkte zum Sieg bei. Das Kunststück wiederholte Pitchford nun auch am Freitagabend in Karlsruhe gegen den ASC Grünwettersbach. „Es ist surreal. Ich hatte nicht erwartet, so gut zu spielen“, kommentierte Pitchford seine starke Frühform für Zugbrücke bei Dyn. Die Spiele in dieser Woche waren seine ersten Wettkämpfe seit über zehn Monaten.
Sowohl Tiago Apolonia, den Pitchford in drei Sätzen schlug, als auch Ricardo Walther, der sich einen Satzgewinn erkämpfte, fanden besonders auf die starke Rückhand des 33-Jährigen keine Antwort. Damit legte Pitchford die Basis für den Erfolg des TTC. Wie schon gegen Bad Königshofen hatten seine Teamkollegen im Einzel weniger Erfolg: Martin Allegro unterlag Walther zum Auftakt mit 0:3, Maciej Kubik musste Tom Jarvis nach vier Sätzen gratulieren. Somit kam es zum Entscheidungsdoppel.
Ort: „In der TTBL entscheiden häufig die Kleinigkeiten“
Beide Mannschaften gingen mit einem guten Gefühl ins Doppel: Grenzau durch den Erfolg im Schlussdoppel gegen Bad Königshofen, Grünwettersbach hatte sich sogar gegen Titelanwärter SV Werder Bremen die zwei Punkte im Entscheidungsdoppel gesichert. Am Freitagabend erwischte dann das Grenzauer Duo Allegro/Kubik den besseren Start und erspielte sich eine 2:0-Führung. Doch angefeuert von den Fans in der stimmungsvollen ASC Arena kämpften sich Apolonia und Tobias Hippler in den Entscheidungssatz. Dort hatte Grenzau mit 11:9 haarscharf die Nase vorn. „In der TTBL entscheiden häufig Kleinigkeiten“, analysierte ASC-Coach Kilian Ort die Partie: „Da war Grenzau uns heute einen Tick voraus.“
Bad Königshofen vorerst Tabellenletzter
Der Blick auf die Tabelle der TTBL ist für Ort und den ASC aber noch tröstlich: Mit 4:8 Punkten belegen die Karlsruher derzeit den neunten Platz. Grenzau kletterte sogar vorerst in die obere Tabellenhälfte auf Rang sechs. Etwas kritischer sieht es beim TSV aus. Die Bayern fielen am Freitagabend auf den letzten Tabellenplatz zurück. „Wir versuchen, es weitestgehend wegzuschieben und positiv in die nächsten Spiele zu gehen“, sagte Bertelsmeier mit Blick auf die Situation in der noch jungen Saison: „Es hilft nicht, wenn wir weiter daran denken.“
Am Sonntag geht es in der TTBL mit dem Spitzenspiel des 6. Spieltags weiter. Im Borussen-Derby empfängt Düsseldorf den BVB, los geht es um 14 Uhr. Alle Partien der TTBL werden live bei Dyn übertragen.
Der 6. Spieltag in der Übersicht
ASC Grünwettersbach – TTC Zugbrücke Grenzau 2:3
Ricardo Walther – Martin Allegro 3:0 (11:9, 11:6, 11:9)
Tiago Apolonia – Liam Pitchford 0:3 (8:11, 5:11, 7:11)
Tom Jarvis – Maciej Kubik 3:1 (11:8, 11:13, 11:5, 11:8)
Ricardo Walther – Liam Pitchford 1:3 (6:11, 12:14, 12:10, 5:11)
Apolonia/Hippler – Kubik/Allegro 2:3 (12:14, 5:11, 12:10, 11:2, 9:11)
1. FC Saarbrücken TT – TSV Bad Königshofen 3:1
Hugo Calderano – Andre Bertelsmeier 3:0 (11:6, 11:5, 11:9)
Eduard Ionescu – Daniel Habesohn 3:2 (7:11, 11:6, 7:11, 11:4, 11:5)
Patrick Franziska – Bastian Steger 2:3 (9:11, 9:11, 11:5, 11:2, 8:11)
Hugo Calderano – Daniel Habesohn 3:0 (11:3, 11:5, 11:5)
Sonntag, 27. September:
14 Uhr: Borussia Düsseldorf – Borussia Dortmund
Freitag, 23. Oktober:
19 Uhr: TTC Schwalbe Bergneustadt – Post SV Mühlhausen
Samstag, 24. Oktober:
19 Uhr: TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen
Montag, 2. November:
19 Uhr: TTC OE Clarity-Tel.Syst.Bad Homburg – SV Werder Bremen
Alle Partien werden live bei Dyn übertragen.
Beitragsbild: Hugo Calderano vom 1. FC Saarbrücken TT (Foto: BeLa Sportfoto).








