>
>
>
Das Pokal-Gespräch mit Slobodan Grujic (Trainer TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg) und Daniel Habesohn (TSV Bad Königshofen): „Es kann viel passieren“

Pokal

Das Pokal-Gespräch mit Slobodan Grujic (Trainer TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg) und Daniel Habesohn (TSV Bad Königshofen): „Es kann viel passieren“

Das Pokal-Gespräch mit Slobodan Grujic (Trainer TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg) und Daniel Habesohn (TSV Bad Königshofen): „Es kann viel passieren“

Der TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg und der TSV Bad Königshofen bestreiten beim Pokal Grand Opening in Nürnberg (28. und 29. August) im Achtelfinale eines von fünf Erstliga-Duellen um den Einzug in die Runde der besten acht Mannschaften. Im Pokal-Gespräch beschreiben Bad Homburgs neuer Trainer Slobodan Grujic und Bad Königshofens Profi Daniel Habesohn Erwartungen, etwaige Vorteile oder auch die Hoffnungen auf Rückenwind für die Punktspiel-Saison durch Erfolgserlebnisse im Pokal.

Slobodan Grujic, seit Saisonbeginn arbeiten Sie als Headcoach des TTC OE Clarity Telefonie Systeme Bad Homburg. Ihre neue Mannschaft trifft beim Pokal Grand Opening in einem Erstliga-Duell auf den TSV Bad Königshofen. Ist das Turnier noch mehr ein Kaltstart oder schon eher eine Standortbestimmung?

Slobodan Grujic: Das ist auf keinen Fall ein Kaltstart. Wir haben davor drei Bundesligaspiele gegen drei Top-Mannschaften. Es ist eher eine Gelegenheit, um unsere Form zu prüfen. Wir werden locker auftreten und versuchen, das Beste herauszuholen.

Daniel Habesohn, erwarten Sie denn in Nürnberg nur rund 100 km von zuhause entfernt im Herzen des Frankenlandes ein Heimspiel für Ihre Mannschaft?

Daniel Habesohn: Ja, ich denke schon, dass das vielleicht ein kleiner Vorteil für uns ist, weil bestimmt auch einige Fans aus Königshofen kommen werden. Unsere Anhänger sind ja bekannt für ihre Anfeuerungen, für den Lärm, den sie machen können, und dass sie halt sozusagen doch sehr patriotisch sind. Ich glaube, da haben wir ganz bestimmt einige Fans auf unserer Seite.

Bad Homburg stand im Pokal zuletzt zweimal nacheinander beim Liebherr Pokal Final4 im Halbfinale. Ist dadurch die Erwartungshaltung an Ihr Team auch höher als in den vergangenen Jahren?

Slobodan Grujic: Nein, gar nicht. Im Verein sind da alle, glaube ich, auch sehr realistisch. In den letzten beiden Jahren waren es sehr große Erfolge, im Pokal beim Final4 dabei zu sein. Es hat aber auch gezeigt, dass unsere Mannschaft Potenzial hat und, wenn alles perfekt läuft und jeder über sich hinauswächst, schon viel passieren kann. Wir gehen locker in das Spiel und auch mit Selbstbewusstsein, aber ohne Druck.

Ist das Pokal-Turnier für Bad Königshofen nach dem unglücklichen Verlauf der vergangenen Saison eine gute Gelegenheit zur Weichenstellung für eine erfolgreichere Spielzeit?

Daniel Habesohn: Meiner Meinung nach nicht unbedingt. Wir haben ja vorher schon Spiele in der Bundesliga. Es hilft vielleicht ein bisschen, einfach noch Spiele zu haben, ein bisschen besser in die Saison reinzukommen. Aber die ersten Spiele sind natürlich immer auch ein bisschen wichtig. Ich glaube aber auch unabhängig vom Pokal, dass wir die Saison schon besser spielen werden und jeder besser vorbereitet sein wird. Am Pokal ist es natürlich schön, wenn man eine Leistung bringt, dass man sich da auch zeigen kann, nicht über die ganze Saison, sondern eher nur in ein, zwei, drei Spielen. Da werden wir natürlich auch alles geben.

Verändert das neue Format für Achtel- und Viertelfinale die Vorbereitung auf den Pokal?

Slobodan Grujic: Nein, an der Vorbereitung ändert sich nichts. Die drei Bundesliga-Spiele, die ich schon erwähnt habe, sind ja auch eine gute Vorbereitung für den Pokal. Insgesamt ist meiner Meinung nach alles weiter normal, auch ein zweites Spiel in zwei Tagen. Dafür muss sich bei unserer Vorbereitung nichts ändern.

Daniel Habesohn: Wir bereiten uns ja prinzipiell auf jedes Spiel vor, das neue Format beeinflusst meiner Meinung nach die Vorbereitung nicht wirklich. Jeder Profi ist immer gut vorbereitet auf die Spiele, hat da seinen Rhythmus. Eine speziell lange Vorbereitung gibt es für so ein Event ohnehin nicht.

Im Falle eines Erfolgs Ihres Teams gegen Bad Königshofen könnte es im Viertelfinale zu einem Wiedersehen mit Ihrem früheren Klub TTC Zugbrücke Grenzau kommen. Spielt diese Konstellation in Ihren Gedanken schon eine Rolle?

Slobodan Grujic: Erst einmal konzentriere ich mich ganz auf Bad Königshofen, das ist schon schwer genug für uns. Grenzau spielt ja gegen Borussia Dortmund, und das ist für sie auch schwer genug. Falls es dann für uns zu einem Spiel gegen Grenzau kommt, würde ich mich freuen. Besondere Gefühle weckt das aber nicht bei mir, ich bin schon lange genug als Spieler und Trainer dabei und weiß, wie es ist. Es wäre für mich ein ganz normales Spiel.

Für Bad Königshofen sowie für Bad Homburg wären bei der Auslosung für Nürnberg für den Verlauf des Turniers auch Gegner aus der zweiten oder gar dritten Liga möglich gewesen. Bei einem Erfolg gegen Bad Homburg würde Sie mit Bad Königshofen im Viertelfinale auf jeden Fall wieder gegen einen Erstligisten um den Einzug ins Liebherr Pokal Final4 spielen müssen. Wie sehr hätten Sie sich über einen zumindest auf dem Papier einfacheren Weg gefreut?

Daniel Habesohn: Über eine Auslosung lässt sich immer schwer etwas sagen. Natürlich könnte man sich etwas wünschen, aber so ist das im Sport nicht, und deswegen darf man auch nicht irgendwie jammern, dass es eine bessere Auslosung hätte geben können. Man muss das nehmen, was kommt. Homburg ist erstmal unser Gegner, den wir aus der Bundesliga kennen und, glaube ich, ein Gegner auf Augenhöhe. Wir müssen wie gegen jede andere Mannschaft einfach gut spielen, damit wir das Spiel gewinnen. Dass wir in diesem Fall danach aber hoffen würden, irgendeinen schlechteren Gegner zu bekommen – so denken Profis nicht.

Kann ein Einzug ins Pokal-Halbfinale im August eine Mannschaft bis zum Liebherr Pokal Final4 im Januar durch die Hinrunde tragen?

Slobodan Grujic: Das wäre natürlich sehr schön und wichtig, es würde uns tatsächlich sehr viel Selbstbewusstsein geben. Solche Erfolge tragen eine Mannschaft wirklich weiter, auf solche Erlebnisse hoffen deswegen auch wir. Aber man muss Pokal und Liga schon trennen: Im Pokal spielt man an zwei Tagen, es ist etwas lockerer und deswegen auch schön dabei zu sein – aber der Druck ist nicht so hoch. In der Bundesliga dagegen ist jedes Spiel ganz wichtig und anders.

Daniel Habesohn: Klar versuchen wir, in Nürnberg alles zu geben, weil es schon schön wäre, wenn man sich jetzt für das Pokal Final4 qualifiziert. Nichtsdestotrotz fokussieren wir uns auf jedes Spiel, jedes Spiel ist wichtig, in der Liga und natürlich auch im Pokal. Am Ende werden wir sehen, was dabei rauskommt. Wenn wir gute Leistung bringen, dann ist es möglich, dann wäre es auch ein guter Erfolg, wenn es nicht klappt mit dem Final4, dann ist nichts verhauen, und dann geht es halt in der Liga weiter. Da muss man halt in 22 Spielen zeigen, wo man am Ende der Saison steht.

Slobodan Grujic und Daniel Habesohn, vielen Dank für das Gespräch.

Florian Manzke

TTBL Redaktion
|
26.07.2026

More News